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Wolkenhimmel

Medienmitteilung 29.12.17

Medienmitteilung Raron/Visp, 29. Dezember 2017
Quecksilber:
Viele Fortschritte, aber noch nicht über den Berg
O b e r w a l l i s.— Das Jahr 2017 brachte im Quecksilberdossier einige Fort-schritte und auch wichtige Entscheidungen. Für die betroffenen Grundeigen-tümer ist es wichtig, dass mit der Sanierung der Böden nach 4-jährigen Abklä-rungen und unzähligen Berichten nun begonnen wurde. Allerdings ist abseh-bar, dass sich diese über mindestens drei Jahre hinaus strecken werden.
Die IG hat ihr wichtigstes Ziel erreicht: Die Eigentümer müssen sich nicht an den Sanierungskosten beteiligen. Das ist auch logisch, da niemand über die Verschmutzung der Erde aus dem Kanal informiert worden war und das Mate-rial ahnungslos auf Parzellen transportiert wurde. Eine weitere Forderung der IG Quecksilber scheint sich zu erfüllen: Für die schwach belasteten Böden (0.5 bis 2.0 mg Hg/kg Erde) will der Kanton eine Inert-Deponie zur Verfügung stellen, wo das aus den Parzellen verfrachtete Material ohne grossen Aufpreis abgelagert werden kann. Der Einsatz der Dienststelle für Umwelt verdient An-erkennung.
Auch konnte dank dank Mithilfe auf politischer Ebene erreicht werden, dass die schwach verschmutzten Parzellen nicht ins Kataster belasteter Standorte (KbS) eingetragen werden oder bleiben. Umgekehrt sind diese Parzellen in einer Boden-Daten-Datei eingetragen, deren Auswirkungen und Konsequen-zen aber weniger gravierend sind als die Eintragung im Kataster.
Noch sind verschiedene Punkte nicht gelöst:
Was geschieht, wenn derzeit versiegelte oder überbaute Böden künftig freigelegt werden und diese Flächen saniert werden müssen? Der verein-barte Kostenverteiler muss auch für künftige Fälle gelten.
Wann wird der Grossgrundkanal saniert? Dieser steht im Eigentum der Gemeinden und muss ebenfalls saniert werden. Da ist die Lonza gefordert.
Die Sanierung der verschmutzten Parzellen in der Landwirtschaftszone darf nicht weiter als allerletzte Priorität behandelt werden.
2 Forderungen
Offen ist nach wie vor unsere Forderung nach Entschädigung der Grundeigen-tümer, die seit 4 Jahren in der Nutzung ihres Eigentums eingeschränkt sind und ihre Vorplätze und Gemüsegärten zum Teil noch Monate und Jahre nicht nutzen können. Auch sind die Sanierungsarbeiten mit grossen Baumaschinen
rings um die Gebäude mit erheblichen Einschränkungen verbunden. All diese Nachteile müssen aufgrund pauschaler Kriterien abgegolten werden. Das drängt sich umso mehr auf, als dass die öffentliche Hand betreffend Verteil-schlüssel inkl. Quecksilbersanierung bei der A9 der Lonza sehr entgegen kam. Wir sind zuversichtlich, dass weitere bilaterale Gespräche auch in diesem Punkt den Durchbruch bringen werden.
Fazit
Der Einsatz der IG Quecksilber, seines Vorstandes und der Mitglieder war nö-tig und hat sich gelohnt. Noch sind Fragen offen und einige Probleme unge-löst. Wir bleiben dran.
IG Quecksilber